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Geschichte Kierlings:

Der Name "Chirchlingen" scheint bereits 1072 urkundlich auf. Damals gehörte das Dorf zum Bistum Passau.
Funde aus der Jüngeren Setinzeit beweisen Siedlungstätigkeiten aus der Frühzeit (3000 - 1800 v. Chr.). In der Römerzeit verlief ein wichtiger Verkehrweg durch Kierling, da die gefährliche Greifensteiner Enge gemieden wurde.
Im Jahre 1679 und den Jahren danach wütete die Pest in Kierling. 1683 suchten die Osmanen Klosterneuburg heim, konnten aber die gut befestigte Obere Stadt nicht einnehmen und verwüsteten Kierling ebenso wie Weidling. Viele Bewohner flüchteten in die Wälder oder benachbarte Ortschaften. Manche retteten sich in den Turm der Pfarrkirche der sich jedoch als tödliche Falle erwies, denn die Türken räucherten den Turm aus. Das Ersatzheer zur Befreiung Wiens verwendete die Kierlinger Hauptstrasse und die Lange Gasse mit dem Haschhof als Aufmarschweg.
Hundert Jahre ach dem Pestjahr 1679 feierten die Kierlinger 1779 das Jubiläum ihres "Bundes" mit der heiligen Rosalia den sie "eingegangen" waren, dennn seither war der Ort von der Seuche verschont geblieben. Einer Typhusepidemie im Jahre 1837 fielen 15 Einwohner zum Opfer. Das im Jahre 1911 auf dem Irrenfeld errichtete Infektionsspital wurde nie als solches verwendet und ist heute ein Wohnhaus, wird aber im Volksmund immer noch als "Cholerahütte" genannt.
1901 gab es zum ersten Mal elektrischen Strom in Kierling, geliefert vom Elektrizitätswerk der Landesanstalt Gugging. Der Anschluss an das öffentliche Stromnetz erfolgte 198/ 09.
Der Erste Weltkrieg hatte auch in Kierling schwerwiegende Auswirkungen. Der Hunger machte sich bemerkbar und der Krieg forderte einen hohen Blutzoll.
Am 15.10.1938 erklärte der nationalsozialistische Staat das Gebiet um Klosterneuburg zum 26. Wiener Gemeindebezirk. Damit hörte Kierling auf eine selbständige Gemeinde zu sein. Der Kriegsausbruch 1939 veränderte das Leben der Kierlinger. Männer wurden zur Wehrmacht eingezogen, Frauen und Mädchen dienstverpflichtet, private Kraftfahrzeuge beschlagnahmt und Konsumgüter rationiert. Auf dem Haschhof wurde eine Flakstellung errichtet, deren Abwehrtätigkeit zu mehreren Notabwürfen in der Umgebung führte. Menschenopfer hat der Bombenkrieg in Kierling glücklicherweise keine gefordert. Die Endphase des Krieges begann für Kierling am 6.04.1945, als die Rote Armee, von Hintersdorf kommend den Ort besetzte. Mehrere Tage verblieb Kierling im Frontbereich.
Am 25. November 1945 gab es die ersten demokratischen Wahlen seit 1933 in Kierling.
In den 1960er Jahren wurde wegen großen Bevolkerungszuzuges lebhaft gebaut. 1975 wurde die B14, Kierlings Hauptstrasse, verbreitert und begradigt.
Erst in letzter Zeit ist man bemüht die bedrohte Natur zu schützen, eine weitere ungehemmte Bautätigkeit einzudämmen und dafür zu sorgen, dass Kierling ein liebenswertes, vom Grün des Wienerwaldes umfangenes Refugium für seine Bewohner bleibt.

aus: "Klosterneuburg - Die Katastralgemeinden" Band 2 (gekürzt)

Ortsvorsteher von Kierling: Günter Knapp, Himmelbauerplatz 1, 3400 Kierling, Tel: (+43)2243/ 444-327, Sprechstunden: Di 18-19h u. Fr 8-9h